KI in der Medizin: Innovationen für Gesundheit, Forschung und Wirtschaft
Künstliche Intelligenz verändert Medizin und Wirtschaft gleichermaßen. Sie eröffnet neue Möglichkeiten für präzisere Diagnosen, personalisierte Therapien und innovative Geschäftsmodelle im Gesundheitsbereich.
Wie diese Entwicklungen bereits heute die Gesundheitsversorgung prägen und welche Potenziale künftig genutzt werden können, zeigen die beiden Vortragenden Univ.-Prof. Dr. Kurt Zatloukal und Univ.-Prof. Dr. Gernot Plank. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten sie aktuelle Herausforderungen, innovative Anwendungsfelder und die Chancen, die sich durch den Einsatz von KI für Forschung, Medizin und Wirtschaft eröffnen.
Prof. Dr. Kurt Zatloukal, M.D., ist Pathologe an der Medizinischen Universität Graz und ehemaliger Leiter des Diagnostic and Research Center for Molecular Biomedicine. Er war Koordinator der europäischen Biobanken-Infrastruktur BBMRI und ist Mitgründer sowie CEO des Start-ups Zatloukal Innovations GmbH.
"Künstliche Intelligenz in der Medizin: Von der Forschung zur Anwendung": Künstliche Intelligenz (KI) ist in mehreren Bereichen der Medizin, wie der Pathologie, nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Dies bringt Herausforderungen mit sich, wie eine sehr schnell entwickelnde Technologie den regulatorischen Anforderungen für die Anwendung in der Medizin entspricht. Hierfür müssen neu Konzepte entwickelt werden, wie die Qualität von KI Systemen beschrieben und evaluiert werden können. Diesbezüglich spielt die Entwicklung internationaler Standards eine zentrale Rolle.
Prof. Dr. Gernot Plank ist Professor für computergestützte Kardiologie an der Medizinischen Universität Graz. Zuvor forschte er mehr als ein Jahrzehnt an der Johns Hopkins University in den USA und der University of Oxford in England. Mithilfe von Computersimulationen untersucht er die Funktion des menschlichen Herzens, die Entstehung von Herzerkrankungen und die Wirkungsweise von Therapien. Er ist Mitgründer der Grazer NumeriCor GmbH, deren Herzsimulationstechnologien weltweit in der Medizintechnik zur Entwicklung innovativer Therapien eingesetzt werden.
"Digitale Kardiologie: Mit KI und digitalen Herzzwillingen zu präziserer Diagnostik, wirksameren Therapien und innovativen Behandlungsmöglichkeiten": Die digitale Kardiologie verbindet umfangreiche Patientendaten mit künstlicher Intelligenz und Computersimulationen. Ziel ist es, Herzerkrankungen früher zu erkennen, präziser zu diagnostizieren und gezielter zu behandeln. Digitale Herzzwillinge bilden die individuelle Herzfunktion virtuell nach und erlauben es, die Wirkung von Therapien am Computer zu untersuchen. Sie könnten die Entwicklung neuer Behandlungen beschleunigen, den Bedarf an Tierversuchen verringern und die Planung klinischer Studien verbessern. Der Kurzvortrag beleuchtet diese Entwicklungen hinsichtlich KI-basierter Herzdiagnostik und zeigt das Potenzial digitaler Herzzwillinge für individuelle Therapieplanung.
BioTechMed-Graz ist eine Forschungskooperation der Universität Graz, der Technischen Universität Graz und der Medizinischen Universität Graz. Sie bündelt Forschung im Gesundheitsbereich an der Schnittstelle von Biomedizin, Technologie und Medizin und stärkt so den Forschungsstandort Graz.
Zu den wichtigsten Zielen der Forschungskooperation zählen die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Förderung exzellenter Forschungsprojekte sowie die gemeinsame Anschaffung von Forschungsinfrastruktur. Zudem fördern hochklassige Vernetzungsformate den interdisziplinären Austausch in den vier Fachbereichen von BioTechMed-Graz.